Mercedes 450 SLC Rallye / Safari

39.900.- EUR

(MwSt. NICHT ausweisbar)

Informationen

Die hier gemachten Angaben sind unverbindliche Beschreibungen, die nach bestem Wissen und Gewissen erstellt wurden. Sie stellen keine zugesicherten Eigenschaften dar und sie entbindet den Käufer nicht vor persönlicher Inaugenscheinnahme und Prüfung.

Wir bitten vor Besichtigung um Terminvereinbarung.

Historie

Das ehrgeizige Ziel von Mercedes-Teamleiter Erich Waxenberger zur 100-Jahr-Feier des Automobils war die Rallye Weltmeisterschaft für Mercedes Benz. Dazu sollte es aber nicht kommen, obwohl sich Daimler zur Saison 1980 die Dienste von Rallye-Ass Walter Röhrl sichern konnte. 1979 überzeugte Waxenberger den Vorstand, mit dem 450 SLC 5.0 in den Rallyesport einzusteigen. Dass der SLC die richtigen Anlagen mitbrachte, war bei der „Vuelta a la Americana Sud“, einer Mammutrallye von fast 30.000 Kilometer Länge durch 10 Länder Südamerikas, deutlich geworden: Die Veranstaltung dauerte seinerzeit vom 17. August bis 24.September 1978. Die ersten fünf Plätze gingen an Mercedes-Benz, davon auf den Plätzen eins, zwei und vier die4 50er, auf den Plätzen drei und fünf zwei 280 E.

Im Rahmen des Gruppe-4-Reglements wurden die seriennahen, höhergelegten Autos mit Fernscheinwerfern und -Gittern, Schalensitzen, einem Überrollkäfig, einem Tripmaster und vielen weiteren Verbesserungen ausgerüstet. 1979 starteten die Werksrenner vom 12. bis 16. April bei der Afrika-Rallye, die nach etlichen Pannen mit einem zweiten und sechsten Platzen für die 450 SLC endete. Dann verpflichtete Mercedes mit Hannu Mikkola einen weiteren Topstar der Rallyeszene, dem schon für Ford, Peugeot und Toyota zahlreiche Siege gelangen. Schon in der ersten Saison gelang Mikkola dies auch für Mercedes. Besonders eindrucksvoll stellte die Werksmannschaft ihr Können bei der Bandama-Rallye durch die Savannen der Elfenbeinküste vom 9. bis 14.Dezember 1979 unter Beweis: Nach über 5.600 Kilometern endete die Rallye für die Mercedes-Crew mit einem Vierfachsieg. 1980 nahm Mercedes mehr WM-Läufe im Kalender auf. Wie ernst es die Stuttgarter meinten, wurde beim Saisonauftakt in Portugal deutlich: Mehr als 60 Servicefahrzeuge standen zur Verfügung. Doch es reichte lediglich für die Platzierungen vier und fünf. Bei der Argentinien-Rallye im Juli 1980 starteten die Fahrzeuge unter der neuen Bezeichnung 500 SLC in der Gruppe 2. Hannu Mikkola fur hinter dem berühmt-berüchtigten Duo Röhrl/Geisdörfer- unterwegs im Fiat Abarth 131 – auf Platz zwei. Danach wurde Walter Röhrl mit einem 5-Jahresvertrag geködert, um mit einem allradgetriebenen 500 SLC die Weltmeisterschaft in Angriff zu nehmen, doch das Projekt wurde vor dem Start der Rallye Monte Carlo 1981 gestoppt und Röhrl finanziell abgefunden. Seine Erfolgsgeschichte ging dann bekanntermaßen bei Audi weiter.

Fahrzeugbeschreibung

Der SLC sollte die eigenschaften von Zuverlässigkeit, Stabilität und Langstreckenqualitäten auf afrikanischen Wellblechpisten verbinden und beweisen, dass diese Faktoren häufig mehr wert sind als jedes Leistungsdiagramm. Und so wurde aus dem gediegenen Reisecoupé einer der ungewöhnlichsten Marathon-Rallyewagen seiner Zeit.

Genau dieser Gedanke stand Pate für das hier angebotene Fahrzeug.

Die Basis bildete ein außergewöhnlich gesunder Mercedes-Benz 450 SLC aus zweiter Hand. Ein Fahrzeug, das in seinem bisherigen Leben offenbar bemerkenswert pfleglich behandelt worden war. Nach inzwischen mehr als fünf Jahrzehnten präsentierten sich Karosserie, Struktur und tragende Bleche in einem Zustand, der bei vielen Restauratoren zunächst ungläubiges Staunen und anschließend ehrfürchtiges Schweigen auslöst. Es musste kaum geschweißt werden. Und wenn, dann nur minimal, handwerklich perfekt und vor allem präventiv: Kein Flickwerk, keine versteckten Überraschungen, keine chirurgischen Eingriffe am Fundament. Der Mercedes durfte einfach das bleiben, was er schon immer gewesen war: ein außergewöhnlich solides Automobil.

Vor rund drei Jahren begann daraufhin ein Projekt, das nicht auf Effekthascherei, sondern auf technische Vernunft setzte. Die Verantwortung lag in den Händen zweier ehemaliger Mercedes-Benz Werkmeister aus Untertürkheim, die diese Fahrzeuge bereits kannten, als sie noch zum normalen Straßenbild gehörten. Menschen also, deren Erfahrungsschatz nicht aus Internetforen stammt, sondern aus jahrzehntelanger Praxis. Das Lastenheft war ebenso einfach wie anspruchsvoll:

Der Wagen sollte bei minus 25 Grad in Finnland ebenso zuverlässig funktionieren wie bei plus 40 Grad auf einer nordafrikanischen Herausforderung. Nicht für den Anhänger, nicht für die Vitrine, sondern für die Straße und für die Rallye.

Der originale 4,5-Liter-V8 wurde sorgfältig gepüft. Druckverlustmessungen und Kompressionsbild waren mustergültig und die Werte hatten Neumotor-Charakter. Ein V8-Mercedes Motor, der so läuft und diese Werte abgibt, den lässt man besser zu. Never change an running system, wie es so schön heißt, denn vermutlich macht der Motor auch einige weitere hunderttausende von Kilometer…wichtiger war die umfassende Revision jener Komponenten, die bei alten Automobilen über Alltagstauglichkeit oder Ärger entscheiden: Einspritzanlage, Mengenteiler, Verteiler, Zündanlage und sämtliche peripheren Systeme wurden fachgerecht überarbeitet oder erneuert. Hinzu kam eine optimierte Abgasanlage für freiere Atmung und nachhaltige Zuverlässigkeit. Der große M117-V8 gehört ohnehin zu jener Motorengeneration, die ihre Arbeit mit einer Gelassenheit verrichtet, die modernen Triebwerken inzwischen beinahe fremd geworden ist. Er drängt nicht. Er schreit nicht. Er diskutiert nicht, er funktioniert und genau dafür wurde er gebaut.

Ebenso konsequent erfolgte die Anpassung des Fahrwerks. Die erhöhte Auslegung mit speziell abgestimmten Bilstein-Dämpfern und passenden Federn orientiert sich an den legendären Safari-Rallye-Fahrzeugen jener Epoche. Das Ergebnis sieht nicht nur richtig aus, sondern fährt sich auch entsprechend.

Im Innenraum setzt sich die Philosophie fort. Die hochwertigen Recaro-Sitze bieten ausgezeichneten Langstreckenkomfort, während ein professionell angepasster Überrollkäfig von Hermann Motorsport für Sicherheit und Reglementkonformität sorgt. Die Ausführung erfüllt die Anforderungen für historische Veranstaltungen und orientiert sich an den Vorgaben von TÜV, DMSB sowie den einschlägigen FIA- und FIVA-Regularien.

Besonders sympathisch ist ein Detail, das vermutlich nur echte Rallyefahrer wirklich zu schätzen wissen: Anstelle der hinteren Sitzanlage befindet sich eine passgenau eingebaute Ablagebox, sorgfältig mit dem originalen Teppichmaterial verkleidet. Sie bietet Platz für zwei Helme, Bordbücher, Kartenmaterial, Schnitt-Tabellen und – mindestens ebenso wichtig – eine halbe Kiste Mineralwasser. Wer jemals an einer historischen Rallye teilgenommen hat, wird sofort verstehen, weshalb diese Lösung deutlich sinnvoller ist als zwei weitere Sitzplätze.

Bemerkenswert ist außerdem, dass dieses Fahrzeug trotz seiner aufwendigen Vorbereitung bislang noch keine Rallye absolviert hat. Der Grund liegt nicht im Automobil, sondern im Leben. Während der Entstehungsphase veränderten sich die persönlichen Umstände seines Erbauers grundlegend. Dennoch wurde das Projekt mit jener schwäbischen Beharrlichkeit zu Ende geführt, die einst schon den Mercedes selbst hervorgebracht hat.

Heute steht dieser 450 SLC vollständig fertiggestellt, sorgfältig entwickelt und sofort einsatzbereit da. Er wartet vielmehr auf das, wofür er gebaut wurde: Auf die erste Startnummer, die erste Zeitkontrolle, auf die erste lange Etappe. Was auch immer Sie damit vorhaben, wir garantieren Ihnen Fahrfreude pur!

Und irgendwo hätte vermutlich selbst ein Mercedes-Ingenieur aus dem Jahr 1975 seine Freude daran, dass sein großes Reisecoupé ein halbes Jahrhundert später noch immer bereit ist, ein Abenteuer zu erleben.

Ein dicker Ordner mit Rechnungen, Dokumentation vom Umbau, Bedienungsanleitung, Datenkarte und beide Schlüssel sind vorhanden.

Erstzulassung

EZ: 09/1975

KM Stand

KM: 159000

Technische Daten

  • Motor: 4.5 Liter V8
  • Leistung: 224 PS
  • Länge: 4750 mm
  • Breite: 1800 mm
  • Höhe: 1330 mm
  • Leergewicht: 1630 Kg
  • Höchstgeschwindigkeit: 215 Km/h
  • HU/AU: Neu bei Auslieferung mit H-Zulassung

Farbe

  • Astralsilber-Metallic
  • Stoff Karo Blau

Ausstattung

  • Rallye Fahrwerk Bilstein, höher und härter
  • 4 Zusatzscheinwerfer
  • Rial Leichtmetallräder vorne 8×16 mit Bereifung 225/50 R16, hinten 9×16 mit Bereifung 245/45 R16
  • Distanzscheiben hinten
  • Kotflügelverbreiterungen
  • Heckspoiler
  • Automatikgetriebe
  • Hinterachs-Sperrdifferential
  • Stahlflexbremsleitungen
  • Recaro Sportsitze
  • Fia Überrollkäfig, Fa. Hermann
  • Not-Aus Schalter
  • Zusatzinstrumente
  • Leselampen
  • VH Tripmaster
  • 2 Stopuhren, mechanisch
  • Sportlenkrad Silberpfeil II
  • Feuerlöscher
  • Elektr. Fensterheber vorne
  • Schiebedach elektrisch
  • Servolenkung
  • Colorverglasung
  • Radio Blaupunkt Bremen SQR 46 DAB
  • Elektr. Antenne
  • Zentralverriegelung
  • etc.

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